Aktuelle Nachrichten
Nachrichten rund um Veranstaltungen und Aktivitäten in den Euregios
Dezember 2011 | Bürger können am Computer mitbestimmen
Grenzüberschreitende Gesundheit per E-Mail
Seit dem 23. September können Bürger aus den Beneluxländern, Deutschland und Frankreich aktiv an der Errichtung eines grenzüberschreitenden, europäischen Versorgungsmarkts mitwirken. An diesem Tag veröffentlichte die europäische Patientenorganisation EPECS ihr ePanel, ein Internetplattform, in dem die Bürger regelmäßig nach ihrer Meinung und ihren Wünschen zu Gesundheitsthemen in der Euregio befragt werden.
Ziel des ePanels ist es, Erfahrungen, Bedürfnisse und Wünsche im Bereich der grenzüberschreitenden Versorgung zu erfassen. Diese Informationen wird EPECS für Verhandlungen mit Pflegeanbietern, Versicherungen und behördlichen Instanzen innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten sowie im direkten Austausch mit der europäischen Regierung verwenden.
Grenzüberschreitende Interessenvertretung ist besonders wichtig, da Bürger auch im Ausland erkranken können und dort genauso gut behandelt werden möchten, wie sie es im eigenen Land gewohnt sind. Es kann aber auch sein, dass eine medizinische Behandlung im benachbarten Ausland schneller, besser oder günstiger ist als im eigenen Land. Obwohl die europäische Gesetzgebung einen Versicherer dazu verpflichtet, eine solche Behandlung finanziell zu vergüten, sind die Grenzen in der Praxis noch sehr oft geschlossen.
EPECS (European Patients Empowerment for Customized Solutions) ist eine europäische Kooperation (regionaler) Patientenorganisationen. Sie strebt günstigere Konditionen für grenzüberschreitende und europäische Versorgung sowie einen freien Austausch von Gesundheit-Dienstleistungen innerhalb der EU an. Informationen sind dabei natürlich von großer Bedeutung; aus diesem Grund führt EPECS das ePanel ein.
Das ePanel ist ein bewährtes Mittel, um effektiv und kostengünstig Informationen über Pflegebedürftige zusammen zu tragen. An dem Panel arbeiten feste Gruppenmitglieder, die sechsmal im Jahr über das Internet Fragebögen zu spezifischen Gesundheitsthemen zugeschickt bekommen. Mit ihren Antworten erhält EPECS Einblick in Wissenslücken, Bedürfnisse und Hindernisse. Umgekehrt erhalten die Teilnehmer über das ePanel Informationen über z.B. neue Entwicklungen in Europa. Weitere Informationen gibt es im Internet unter
www.epecs.eu.
Das EPECS ePanel wird finanziell von den Projekten EurSafety Health-net sowie euPrevent MRSA unterstützt. Diese Projekte setzen sich in der Grenzregion zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden für die Patientensicherheit und die Prävention von Infektionen ein. Sie werden vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
Interessierte können sich seit dem 19. September 2011 über
www.epecs.eu als Nutzer registrieren. Die niederländische Version des ePanels ist bereits seit Anfang August online. Jeder kann teilnehmen.
Alle 8 Krankenhäuser im Kreis Wesel erhalten „MRSA-Gütesiegel“
Kreis Wesel – Am Mittwoch, 8. Juni, wurden im Kreishaus Wesel im Rahmen des Euregio-Projektes "EurSafety Health-net" Qualitätssiegel an alle 8 Krankenhäuser im Kreis Wesel verliehen. Kreisdirektor Ralf Berensmeier würdigte dabei das große Engagement aller Beteiligten, insbesondere der Krankenhäuser im Kreis Wesel sowie der Experten des Euregio-Projektes.
Prof. Andreas Voss, Mikrobiologe am Canisius-Wilhelmina Krankenhaus in Nimwegen, referierte über das Gesamtprojekt „EurSafety Health-net“ und stellte Hintergründe und Ziele des „Qualitätsverbunds EurQHealth“ bzw. des „MRSA-net“-Ansatzes vor.
Im Mittelpunkt stehen hierbei 10 Qualitätsziele, die die Krankenhäuser im Kreis bereits erfüllen und somit ein Qualitätssiegel verliehen bekommen. In den nächsten Jahren soll diese Qualitätsstrategie auch auf weitere Bereiche im Gesundheitswesen, wie Alten- und Pflegeheime, Rettungsdienste u. a., ausgeweitet werden. Doch auch die allgemeine Bevölkerung muss zukünftig gezielt über das MRSA-Problem und zu Fragen wie dem „richtigen“ Antibiotikaverbrauch informiert werden. Dr. Rüdiger Rau vom Fachdienst Gesundheitswesen des Kreises Wesel skizzierte die Projektarbeit im Kreis Wesel, beginnend mit der Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) im November 2008, der Facharbeitsgruppe MRSA bis hin zur aktiven Teilnahme an dem deutsch-niederländischen Euregio-Projekt. […]
[Pressemitteilung]
[Die Krankenhäuser mit Qualitätssiegel]
Das Gesundheitsministerium NRW – Nachtrag zur Auftaktveranstaltung "Bekämpfung MRSA"
Patientinnen und Patienten in Nordrhein Westfalen sollen sich in unseren Krankenhäusern sicher fühlen. Es ist nicht hinnehmbar, dass Tausende Menschen an den Folgen von Infektionen sterben, die sie sich in Krankenhäusern, Praxen oder Einrichtungen zugezogen haben.
Mit einem Aktionsplan Hygiene will die Landesregierung den Schutz vor Krankheitserregern, insbesondere den Schutz vor dem multiresistenten Erreger MRSA (Methicillin–resistenter Staphylococcus aureus) verbessern. Der Aktionsplan wird derzeit erarbeitet und soll auf allen relevanten Feldern Maßnahmen zur Bekämpfung von Infektionen beinhalten. Dabei ist die Frage der Resistenzentstehung in besonderer Weise zu beachten.
Krankheitserreger machen an keiner Grenze halt. Daher ist das grenzüberschreitende Euregio-Netzwerk Rhein-Maas-Nord ein wichtiger Pfeiler in der gemeinsamen Bekämpfung von Infektionen. Durch Zusammenarbeit und Kooperation aller Akteurinnen und Akteure aus dem ambulanten und stationären Bereich wird Infektionsgefahren nachhaltig begegnet. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in den Praxen, Einrichtungen und Krankenhäusern arbeiten gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und profitieren durch regelmäßigen Informationsaustausch, bessere Hygienestandards und professionelle Weiterbildung.
Nordrhein Westfalen hat eine Vorreiterrolle in der Netzwerkarbeit eingenommen. Alle Akteurinnen und Akteure dieses Euregio-Netzwerks haben durch ihr Engagement dafür gesorgt, dass Patientinnen und Patienten in Zukunft besser vor Infektionen geschützt werden.
Barbara Steffens
Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
Kampf gegen Krankenhausinfektionen: Qualitätssiegel für 40 Kliniken Qualitätsverbund EurSafety-Health-net zeichnet Krankenhäuser aus
Münster – Vierzig Krankenhäuser im Münsterland und der Grafschaft Bentheim, erhielten am 24. Juni am Universitätsklinikum Münster (UKM) als erste Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen das zweite Qualitätssiegel des grenzüberschreitenden deutsch-niederländischen Qualitätsverbundes EurSafety-Health-net.

Bild: Projektkoordinator Prof. Dr. Alexander W. Friedrich (Universität Groningen, vorne, 2.v.r.) übergab am Universitätsklinikum Münster (UKM) die Qualitätssiegel an die 40 Kliniken aus der EUREGIO.
Im Rahmen der Bewertung der Qualitätsziele des jetzt vergebenen zweiten Verbundssiegels wurden neben der Kontrolle der Einhaltung von MRSA-Schutzmaßnahmen, Daten zum Antibiotikagebrauch in den verschiedenen Krankenhäusern erhoben sowie eine regionale Übersicht zur Antibiotikaresistenz erstellt. Dies ist von besonderer Bedeutung, da es den Krankenhäusern so erstmals ermöglicht wird, eigene Daten mit denen von umliegenden Häusern zu vergleichen, um ggf. Verbesserungen anzustoßen. Zudem wurden in den Häusern zahlreiche thematische Kampagnen, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu den Themen Händehygiene, Antibiotikaeinsatz und –resistenz durchgeführt, die Hauptansatzpunkte bei der Vorbeugung von Krankenhausinfektionen darstellen.
Die Bewertung der Qualitätsziele erfolgte dabei durch den Koordinator des Projekts EurSafety Health-net, Prof. Dr. Alexander W. Friedrich von der Universität Groningen, sowie die regionalen Projektkoordinatoren vom Institut für Hygiene des Universitätsklinikum Münster (Dr. Robin Köck), vom Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW und den kommunalen Gesundheitsämtern der Kreise Borken, Coesfeld, Münster, Steinfurt und Warendorf.
Bessere Hygiene im Krankenhaus?
Wer ins Krankenhaus geht hofft, dort gesund zu werden. Doch manch einem geht es nach dem Klinikaufenthalt schlechter als vorher. 500 000 Menschen infizieren sich pro Jahr in deutschen Krankenhäusern mit Keimen, 15.000 sterben daran.
Was stimmt nicht in Deutschlands Krankenhäusern?
In den Niederlanden scheint man einiges besser zu machen. Es gibt bis zu 20-mal weniger MRSA-Fälle als in Deutschland. Ein Deutscher, Prof. Friedrich, hat am Universitätsklinikum Groningen den Lehrstuhl für Mikrobiologie und Hygiene. Er erläutert einen der wesentlichen Unterschiede:
"Es gibt hier in jedem Krankenhaus eine Abteilung für medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene mit Ärzten für Mikrobiologie und Krankenhaushygiene und Hygienefachkräften. Egal, wie groß oder kleine das Krankenhaus ist. Das ist in Deutschland nicht so. Da gibt es in 90 bis 95 Prozent der Krankenhäuser keine Hygieniker!" […]
[Video]
Quelle: © hr | alles wissen, 04.05.2011
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