Home/Projekte Aktuell/News Aktivitäten Qualitätssiegel Euregiogebiete Projektteilnehmer Netzwerke Antibiotic Stewardship
Sprachauswahl Deutsch
Sprachauswahl Nederlands

 

 

Dokumente und Informationsmaterial

Sie gehören zu den Teilnehmern am EurSafety Health-Net Projekt, die einen Zugang zu den durch das Projekt ausgearbeiteten Dokumenten besitzen. Darüber hinaus können Sie sich auch spezielle Projektbilddaten und Projektinformationen herunterladen. Wählen Sie hier zunächst Ihren Memberbereich aus. Als nächstes werden Sie nach Ihrem Usernamen und Passwort gefragt. Sobald Sie Ihre Daten korrekt in das Login-Fenster eingegeben haben, gelangen Sie in Ihren Memberbereich.

 

Bildmotiv1 Bildmotiv2 Bildmotiv3 Bildmotiv4
Home | Projekte
Weitere Informationen
Projektbeschreibung
Koordinatoren & Partner

 

Informationsmaterial für Landwirte
  • Informationsblatt: MRSA in der Nutztierhaltung

» Download Dokument

  • Merkblatt: Empfehlungen zum Schutz vor der Übertragung von MRSA für Landwirte

» Download Dokument

 

Deutschland

Bundesinstitut für Risikobewertung

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (kurz MRSA genannt) sind Keime, die gegen bestimmte Antibiotika resistent sind und beim Menschen u. a. Wundinfektionen und Entzündungen der Atemwege hervorrufen können. Bisher trat der Keim vor allem in Krankenhäusern auf, wo er von Mensch zu Mensch übertragen wird. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Fälle von Infektionen registriert, die sich Menschen außerhalb von Krankenhäusern zugezogen haben. Gleichzeitig zeichnete sich ab, dass MRSA auch bei Tieren auftreten kann, und zwar vermehrt bei Schweinen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Fragen und Antworten zu MRSA und den möglichen Infektionsquellen für den Menschen zusammengestellt. […]

» Verweis öffnen

Niederlande

Voedsel en Waren Autoriteit –
Ministerie van Landbouw, Natuur en Voedselkwaliteit (LNV)

NT-MRSA is found in several animal species ('animal acquired'). Research by the VWA and RIVM showed that in 2006, 40% of Dutch pigs were carriers of the ”non-typable” variant (NT-MRSA). Subsequently, in 2007, pig and veal farmers in the Netherlands proved to have a higher than average risk of carrying this non-typable livestock farming variant of MRSA. The non-typable variant of MRSA has also been found in pigs in Denmark. […]

» Open Link

EU/Euregio

Informationen der EFSA zu MRSA in Haltungsbetrieben mit Zuchtschweinebeständen

Analyse der Grundlagenstudie zur Erhebung der Prävalenz methicillinresistenter Staphylococcus aureus-Bakterien (MRSA) in Haltungsbetrieben mit Zuchtschweinebeständen in der EU im Jahre 2008 [1] - Teil A: Schätzungen der MRSA-Prävalenz.

PDF-Artikel | Verweis öffnen

Analysis of the baseline survey on the prevalence of methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) in holdings with breeding pigs, in the EU, 2008 [1] - Part A: MRSA prevalence estimates.

PDF-Article | Open Link

Informationen der EFSA zu MRSA bei Tieren und Lebensmittel

Die Europäische Behörde für Lebensmittel-sicherheit (EFSA) ersuchte sein Gremium für biologische Gefahren um die Erstellung eines wissenschaftlichen Gutachtens zur Bewertung der Bedeutung von Meticillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA)in Tieren und Lebensmitteln für die öffentliche Gesundheit. […]

PDF-Artikel | Verweis öffnen | Open Link

Informationen der EMEA (EMEA reflection paper)

[…] MRSA is resistant to virtually all beta-lactam agents and in addition in many cases co-resistant to a number of other antimicrobials. Recently clonal spread of a certain MRSA strain (CC398) has been reported in high prevalence mainly in intensive animal production systems. In addition, companion animals may act as carriers for a variety of typically human MRSA clones. All the major lineages of MRSA strains in companion animals, horses and in livestock are able to infect animals and humans. […]

PDF-Article

 

 

Das SafeGuard MRSA VetMed-Net Projekt

Projektzielsetzung

Arbeitsprogramm des Euregio MRSA VetMed-net

1. VetSearch

Untersuchung der Häufigkeit der MRSA bei Tieren, in Lebensmitteln und in der Umgebung der landwirtschaftlichen Tierhaltung.

Feststellung der MRSA-Prävalenz bei Tieren, in Lebensmitteln und in der Umgebung der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Diese Arbeitsaufgabe erfolgt mittels standardisierter Beprobungsroutine und konventioneller, bakteriologischer Untersuchungsverfahren in Bonn im Labor des Tiergesundheitsdienstes der Landwirtschaftskammer Nordrheinwestfalen, bei Proben aus Niedersachsen in jeweiliger Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde.

Folgende Untersuchungen sind vorgesehen:

  • Prävalenz von MRSA-Trägerschaft und Infektionen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung
  • Untersuchungen in geographisch unterschiedlichen Regionen mit unterschiedlicher Tierhaltungsdichte. Longitudinal- und Transversaluntersuchungen in Bezug auf Produktionsketten, Alterstufen unter Stratifizierung nach Risikofaktoren für MRSA-Besiedlung (z.B. Antibiotikaverbrauch, kompetitive Begleitflora)
  • Die Ausbreitungsdynamik von MRSA in Tierbeständen soll zudem mittels Longitudinalstudien in neu errichteten Tierbeständen untersucht werden.
  • Zudem sollen MRSA-Infektionen mittels Untersuchung von erkrankten Tieren und Tierkadavern erfasst werden.
  • Zur Erfassung der Prävalenz von MRSA Kontaminationen in Produkten der landwirtschaftlichen Tierhaltung sollen Schlachtfleischproben aus unterschiedlichen Schlachthöfen, sowie konsumfertige Endprodukte der Fleischverarbeitung auf MRSA hin untersucht werden
  • Zur Analyse der Tenazität und Ausbreitungsdynamik in der Umgebung landwirtschaftlicher Tierhaltung sollen Umgebungsuntersuchungen in Tierställen, in Verwaltungsbereichen von Zuchtbetrieben, jedoch auch in häuslichen Umgebung der Betriebe durchgeführt werden. Zusätzlich sollen definierte Luftbeprobungen der Ställe und in definierten Umgebungsdistanzen erfolgen.

2. Human Carriers

Feststellung der Häufigkeit von Tier-assoziierten MRSA bei Menschen, die Kontakt zur landwirtschaftliche Tierhaltung haben und Entwicklung von Präventions-strategien.

Feststellung der Prävalenz von MRSA-Trägerschaft und Infektionen bei Menschen, die zu landwirtschaftlicher Tierhaltung exponiert sind und Entwicklung von Präventionsstrategien. Alle MRSA werden im deutschen (Universitätsklinikum Münster), dem niederländischen Referenzlaboratorium (Labmicta, Enschede) untersucht. Um auch Spezialuntersuchungen sicher zu stellen, erfolgt eine Zusammenarbeit mit den nationalen Referenzzentren und –laboratorien, sowie anderen Expertenzentren.

Hierbei sollen Personen, die beruflich exponiert sind gegenüber landwirtschaftlichen Nutztieren, den hieraus erzeugten Produkten und der Umgebung der landwirtschaftlichen Produktionsanlagen auf MRSA-Trägerschaft untersucht werden. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Qualitätsnetzwerken des EUREGIO-Projektes EUREGIO MRSA-net und EurSafety Health-net und unter Einbeziehung der arbeitsmedizinisch Verantwortlichen. Zusätzlich sollen bei Nachweis von MRSA-Trägern enge Kontaktpersonen mit untersucht werden. Der Informationsaustausch mit EurSafety Health-net ist hierbei von besonderer Bedeutung, wenn es sich bei MRSA-Trägern und enge Kontaktpersonen zu Mitarbeitern im Gesundheitswesen (z.B. Pflegekräfte) handelt.

3. Molekulare Risikobewertung (MRSA Typing)

MRSA ist nicht gleich MRSA! Aus diesem Grund ist die grenzüberschreitende Charakterisierung der aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung und vom Menschen isolierten MRSA mittels genetischem Fingerprint notwendig.

Grenzüberschreitende Charakterisierung der aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung isolierten MRSA mittels konventioneller und molekularer Methoden. Alle MRSA und ausgewählte MSSA, die im Rahmen Projektuntersuchungen identifiziert wurden, werden im deutschen (Universitätsklinikum Münster), dem niederländischen Referenzlaboratorium (Labmicta, Enschede) untersucht. Umweitergehende Untersuchungen zu ermöglichen, erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den nationalen Referenzzentren, -laboratorien und weiteren Expertenzentren.

Dabei sollen folgende Verfahren zum Einsatz kommen:

  • Weitergehende Resistenzbestimmung zu tiermedizinisch- und humanmedizinisch relevanten Antibiotika
  • Genotypisierung mittels S. aureus Protein A (spa-Typisierung) und Multi-Locus-Sequenztypisierung (MLST)
  • Charakterisierung bezüglich tier- und humanpathogener Virulenzfaktoren, die mit der Entstehung von Lebensmittelinfektionen, Haut- und Weichteilinfektionen, Persistenz, Tenazität, Adhärenz, Invasivität assoziiert sind. Hierzu gehören vor allem die Enterotoxine (SEA-SEO), Exfoliativtoxine, Toxic.Shock-Syndrom-Toxine, Panton-Valentine Leukozidin (PVL) u.a.

4. Telematik und Frühwarnsystem

Schaffung eines Internet-basierten Frühwarnsystems durch euregioweiten Austausch von Labordaten für besonders gefährliche MRSA (Euregio SeqVet).

Dieses Arbeitspaket beschäftigt sich mit der Schaffung einer Internetbasierten Telematikplattform zum euregioweiten Austausch von Labor- und Typisierungsdaten. Hierbei werden die bekannten Vorteile der spa-Typisierung nutzbar gemacht.

Diese erfolgt mittels einer bioinformatischen Anwendung in Kombination mit molekularen Labormethoden, die am Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster mitentwickelt wurden und die eine kontinuierliche flächendeckende, vernetzbare molekulare Erregersurveillance in Echtzeit möglich macht.

  • Mit Hilfe einer integrierten Datenbank können somit alle notwendigen epidemiologischen Informationen vernetzt werden. Im Rahmen einer tri-nationalen und interdisziplinären Vernetzung soll es zu einem gegenseitigen Transfer von Know-how, Technologie und Typisierungsdaten in der Euregio und zwischen Tier- und Humanmedizinern kommen.
  • Die Typisierungsdaten (d.h. regionale Häufigkeiten von spa-Typen) werden mittels eines Geographischen-Informationssystems auf einem Web-Portal allen Partnern online zur Verfügung gestellt.
  • Zusätzlich wird aus den gewonnenen Typisierungsdaten ein automatisches Frühwarnsystem etabliert, das die Partner auf ungewöhnliche Häufungen von MRSA auf Genotypebene aufmerksam machen soll bzw. zufällige Häufungen von MRSA ohne epidemiologischen Zusammenhang ausschließen lässt. Dieses Frühwarnsystem ermöglicht eine Evaluierung der Übertragung bestimmter MRSA Typen zwischen Tieren, zwischen Tieren und Menschen, sowie zwischen Tier/Mensch und der Umgebung bzw. zu Lebensmittel. Hieraus können rationale Handlungsanweisungen erarbeitet werden.
  • Zusätzlich soll die spa Typisierung als Surrogatmarker für die Früherkennung von MRSA-Stämmen mit erhöhter Virulenz (PVL-positive Stämme) und hohem epidemischen Potenzial genutzt werden. Desweiteren können Typen mit Sepziesspezifität (z.B. spa Typ t036 bei Pferden) und erhöhter Interspezies-Übertragbarkeit (z.B. t011 Mensch/Schwein) erkannt werden. Die Entstehung neuartiger MRSA-Klone mit erhöhter Virulenz und Ausbreitungsdynamik (z.B. PVL positive spa t011) kann somit frühzeitig und grenzüberschreitend erkennen. Dies erlaubt die rechtzeitige Etablierung von fokussierten seuchenhygienischen Maßnahmen.

In Analogie zur Empfehlung der EFSA MRSA-Task-Force zur Subtypisierung von MRSA bei Zuchtschweinen soll eine Schnittstelle zum vergleichbaren Datenaustausch von zwischen humanmedizinischen und veterinärmedizinsischen Typisierungsdaten erfolgen. Dazu sind elektronische Schnittstellen zu den Typisierungsservern des EUREGIO MRSA-net, EurSafety Health-net und dem SeqNet spa server vorgesehen. Die Nutzung einer solchen Plattform ermöglicht, die euregionalen Daten des veterinären Projektes in den europäischen Gesamtkontext zu stellen.