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Das MRSA-Net Projekt

Netzwerkpartnerschaften

„Aufgrund des Gesundheitsministerbeschlusses vom 30. Juni 2006 in Dessau, sollen in Deutschland regionale Netzwerke zur Bekämpfung von MRSA und Multiresistenzen gebildet werden, die regional angepasst aber in der Summe flächendeckend sind. Selbstverständlich macht es Sinn, dass ein Erfahrungsaustausch zwischen bestehenden Netzwerken und sich neu bildenden Netzwerken besteht. Aus diesem Grund bietet das EUREGIO MRSA-net, Netzwerkpartnerschaften für regionale Netzwerke an. Allgemeine Informationen zur Netzwerkbildung finden Sie hier im Folgenden auf diesem Protal. Regionale Netzwerke, die die Kriterien der „Checkliste Regionale Netzwerke“ erfüllen, können auf dieser Website zukünftig gelistet werden.“

 

Checkliste Regionales Netzwerk MRSA

Ist- Analyse
  • Wer sind Stakeholder/ Akteure (Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, Labors, wissenschaftliche Institutionen, niedergelassene Ärzte, Ärztekammer, KV, Krankentransport, stationäre/ambulante Pflege, Kranken-/Rentenversicherer, Patientenorganisationen)
  • Welche bestehenden Kontakte/ Strukturen können genutzt werden? (Qualitätszirkel, Arbeitsgruppen, Vereine, Internetplattform)
  • Wer hat Daten zu MRSA (mikrobiologische Befunde, Antibiotikaverordnungen, Versorgungsstrukturen und – Inanspruchnahme), wie sind diese Daten zugänglich (Labors, KV, Krankenversicherer, ÖGD)
  • Gibt es „MRSA-Hot spots“?
  • Welche Ressourcen (finanziell/personell) stehen zur Verfügung?

Strukturaufbau

  • Netzwerkkoordinatoren(ÖGD, Universität)/ Ansprechpartner der Akteure (s.o.) benennen
  • Ziele/ Teilziele definieren
  • Kritische Masse bilden (Akteure/Politik/ Öffentlichkeit), Problembewusstsein schaffen, „Wir-Gefühl“ erzeugen
  • Ressourcen für Personal, Koordination, Investitionen, Laborkosten, Reisekosten

Prozessmanagement

  • Prävalenzscreening in den Krankenhäusern
  • Sammlung und Analyse von Daten
  • Runde Tische (Abstimmung von Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen, Screening/ Labordiagnostik, case-management/ Sanierung, Antibiotikaverschreibungspraxis, Surveillance, Schnittstellenmanagement)
  • Zielgruppenorientierte Fortbildungen (Multiplikatoren) und Informationsmaterialien
  • Hotline / Helpdesk / Einzelberatung

Ergebnisqualität

  • Qualitätsindikatoren definieren
  • Qualitätsindikatoren überprüfen
  • §§ 36 / 23 IfSG als Instrumente zur Qualitätsüberprüfung nutzen

Qualitätsindikatoren (QI)

Für die einzelnen Bereiche müssen regional Qualitätsindikatoren erarbeitet werden. Zum Beginn sind vor allem QI für Akutkrankenhäuser um zusetzen. Anbei die QI aus der ersten Projektphase des EUREGIO MRSA-net Twente/Münsterland:

  • 01 = Qualitätsstufe 01:
    Teilnahme an den EUREGIO MRSA-net Qualitätsverbundveranstaltungen

    In regelmäßigen Abständen laden die Koordinationszentren in Münster und Enschede alle Krankenhäuser der EUREGIO zu so genannten Qualitätsverbundveranstaltungen ein. Diese können lediglich das MRSA-net Projekt betreffen oder im Rahmen von Qualitätszirkeln zu Antibiotikatherapie, Diagnostik oder von Kursen für Hygienebeauftrage Ärzte gemäß RKI-Richtlinie stattfinden. An diesen Veranstaltungen nehmen meist die Hygienebeauftragten Ärzte oder Hygienefachkräfte der jeweiligen Krankenhäuser teil. Den nächsten Termin entnehmen Sie bitte der Liste der Aktivitäten.

  • 02 = Qualitätsstufe 02:
    Erfassung epidemiologischer Daten

    Im Rahmen des Projektes ist die Erfassung epidemiologischer Grunddaten (z.B. Anzahl der Patientenbehandlung, Pateintenbehandlungstage etc.) für jedes Kankenhaus notwendig. Diese Daten werden von den jeweils zuständigen Hygienebeauftragen Ärzten bzw. Hygienefachkräften erfasst.

  • 03 = Qualitätsstufe 03:
    Fortbildung/"MRSA-Tisch" mit Gesundheitsamt

    Die Infektionsüberwachung der Krankenhäuser erfolgt gemäß Infektionsschutz- gesetz durch die zuständigen Gesundheitsämter. Im Rahmen dieser Überwachung wird auch das Auftreten von Erregern wie MRSA abgefragt und diskutiert. Dennoch soll zusätzlich in regelmäßigem Abstand ein Treffen zwischen Gesundheitsamt und Krankenhäuser erfolgen, dass sich lediglich mit der Problematik „MRSA“ befasst. Dies soll als pars pro toto im Zusammenhang mit multiresistenten Erregern und nosokomiale Infektionen im Allgemeinen stehen. Hierzu gehören selbstverständlich neben Themen wie Hygiene und Screening auch Strukturen, Personalschutz und Antibiotikatherapie.

  • 04 = Qualitätsstufe 04:
    Prävalenz- und Eingangsscreening (Zusage, Durchführung, Analyse)

    Im Rahmen des MRSA-net muss ein Eingangsscreening gemäß RKI-Richtlinie durchgeführt werden. Die Festlegung der Risikopatienten kann jedoch in der Anzahl und Qualität von Krankenhaus zu Krankenhaus variieren. Aus diesem Grund wird einmal über einen Zeitraum jeder Patient auf MRSA hin untersucht und die Risikofaktoren erfasst. Die Analyse des Prävalenzscreening erlaubt die Festlegung der Anzahl und Art der Risikopatienten für jedes Haus und ist Grundlage für die folgenden Qualitätsziele.

  • 05 = Qualitätsstufe 05:
    Festlegen der Anzahl und Art der hausspezifischen Risikogruppen (RG) und Screening

    Dies muss durch das Krankenhaus aufgrund des Prävalenzscreenings selbst in Zusammenarbeit mit dem Koordinationszentrum MRSA-net durchgeführt werden. Hierbei müssen möglicherweise zusätzliche Risikofakoren definiert werden.

  • 06 = Qualitätsstufe 06:
    Typisierung von ausgewählten MRSA (z.B. Ausbruchstämmen)

    Europaweit kommen mehr als 3000 verschiedene MRSA-Klone vor. Daher ist es für das korrekte epidemiologische Verständnis von ausgesprochener Wichtigkeit MRSA von MRSA zu unterscheiden.
    Hierzu dient eine am Institut für Hygiene entwickelte Typisierungsstrategie (spa Typisierung), die das molekularepidemiologische Rückgrat von EUREGIO MRSA-net Twente/Münsterland darstellt. Sie erlaubt, dass MRSA Typisierungesergebnisse unterscheidlicher Laboratorien, Krankenhäuser, Arztpraxen und Alten-/Pflegeheimen miteinander vergleichbar sind. Zusätzlich können deutsche und niederländische MRSA miteinander direkt verglichen werden. Zusätzlich ist Sie als Surrogatmarker für besonders epidemische (z.B. spa t003) oder virulente MRSA (z.B. spa t044) nutzbar. Ausbruchsisolate, aber auch Isolate, die für Infektionen verantwortlich sind sollten in jedem Fall durch das zuständige Labor typisiert werden.

  • 07 = Qualitätsstufe 07:
    Umsetzung der RKI-Richtlinie (Hygienemaßnahmen, Isolierung, Sanierung)

    Alle Krankenhäuser der EUREGIO setzen die Empfehlungen der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention der KRINKO am Robert Koch Institut zum Umgang mit MRSA um.

  • 08 = Qualitätsstufe 08:
    Umsetzung §23 Infektionsschutzgesetz (z.B. mittels EPI-MRSA Software, MRSA-KISS)

    Alle Krankenhäuser der EUREGIO setzen die gesetzlichen Forderungen, die sich für die Krankenhäuser aus §23 Infektionsschutzgestz ergeben um. Zu Erleichterung erhalten die Krankenhäuser der EUREGIO eine Software (EPI-MRSA), die die Dokumentation erleichtern soll.

  • 09 = Qualitätsstufe 09:
    Übergabe von Informationen bei Entlassung

    Die Richtlinie der KRINKO zum Umgang mit MRSA sieht vor, dass der nachbehandelnde Arzt ausreichend informiert wird, welche weiteren Schritte zu veranlassen und welche hyg. Maßnahmen notwendig sind. Für die EUREGIO werden diese Empfehlungen ausgearbeitet. Diese Empfehlungen sind für die Schnittstelle Krankenhaus ->Transportdienst, Krankenhaus – Arztpraxis bzw. Alten-/Pflegeheim sowie Krankenhaus -> Krankenhaus dringend zu beachten.

  • 10 = Qualitätsstufe 10:
    Screening von Risikopatienten

  • – Anzahl von Abstrichen (Screeningkontrolle)
    – Anzahl von S. aureus (Qualitätskontrolle Abstrich/Labor)

Die Bekämpfung von MRSA gelingt nur, wenn vorbeugend bereits die kolonisierten Personen im Krankenhaus identifiziert (Screening) und in der Folge – meist ambulant - saniert werden. Die Identifizierung der MRSA hängt von der Durchführung eines Eingangsscreenings ab. Aus diesem Grund müssen die Krankenhäuser der EUREGIO die festgelegte Abstrichrate mittels der Zahlen aus QZ 10 erreichen. Dies wird regelmäßig überprüft.

 

Wichtige Elemente der regionalen Netzwerkbildung des EUREGIO MRSA-net Twente/Münsterland

  • Bildung eines Koordinationszentrums mit Netzwerk-Koordinator, MRSA-Labor- kapazitäten und Helpdesk
  • Analyse der regionalen Versorgungskette von MRSA-Patienten stationär und ambulant und Identifizierung bereits bestehender Netzwerke des regionalen Gesundheitswesens
  • Erarbeitung von Qualitätszielen für alle Versorgungsbereiche
  • Aufbau von Kontakten und Runde Tisch-Gespräche mit den regionalen Akteuren im Gesundheitswesen unter Benennung von Netzwerkbeauftragten: EUREGIO, Euregionales Servicezentrum für Gesundheit (ESG), Gesundheitsämter, mikrobiologische Laboratorien, Krankenhäuser (Hygienebeauftragter Arzt/Ärztin, Hygienefachkraft), Alten-Pflegeheime, Schwerpunktpraxen, Pflegedienste, Krankentransport, Kassenärztliche Vereinigung, Ärztekammer, Kostenträger, Patientenvertreter
  • Schriftliche Festlegung der Zusammenarbeit (v.a. mit den Krankenhäusern) und Schaffung von Konsens zum Vorgehen bei MRSA der regionalen MRSA-Experten
  • Fortbildungsveranstaltungen, soweit möglich gemeinsam für unterschiedliche Berufsgruppen zur Erarbeitung der unterschiedlichen Handlungsanweisungen in der Versorgungskette von MRSA-Patienten
  • Prävalenzscreening (s. Text oben) in den Krankenhäusern der Region zur Analyse der regionalen MRSA-Prävalenz bei Aufnahme, der MRSA-Risikofaktoren und molekulare Epidemiologie (Anteil der community acquired CA-MRSA): Erstellen einer regionalen Screeningempfehlung für alle Krankenhäuser
  • Gemeinsame Erarbeitung von MRSA-bezogenen Printmedien (Informationsblätter, Übergabebögen, Poster etc.), die die „corporate identity“ verdeutlichen und die Kommunikation im Netzwerk erleichtern
  • Abgestimmte Erfassung und regionale Analyse vergleichbarer epidemiologischer MRSA Grunddaten zur Erfüllung von §23 IfSG (z.B. MRSA-KISS Protokolle oder ÖGD-Report der Software EpiMRSA) sowie der spa Typisierungsergebnisse
  • Wissenschaftliche Steuerungsgruppe von sowohl regionalen, als auch nationalen/internationalen Experten (gegenseitiger Wissenstransfer)
  • Aufklärung der Bevölkerung, Herausgabe von Presserklärungen und Publikationen zu Netzwerkergebnisse
  • Web-basiertes Netzwerkforum zur Darstellung, der Aktivitäten, der Teilnehmer und der Ergebnisse
  • Finanzierung der Koordination, Runde-Tisch Gespräche (Reisekosten, Verpflegung), Teil der Laboruntersuchungen, Printmedien, Software, Datenbank etc.

 

Literatur:
  1. Beschluss der 79. Gesundheitsministerkonferenz der Länder vom 30.6.2006, Dessau TOP 10.1, Methicillin-resistente Staphylococcos-aureus (MRSA)
  2. Friedrich AW, Daniels-Haardt I, van Gemert-Pijnen JEWC et al. Ein regionales Netzwerk zur Prävention und Kontrolle von Infektionen durch MRSA: EUREGIO MRSA-net Twente/Münsterland. Epid Bull 2007, 33; 307 – 311.
  3. Daniels-Haardt I et al. EUREGIO-Projekt MRSA-net Twente / Münsterland. Regionale Netzwerkbildung zur Bekämpfung von MRSA. Das Gesundheitswesen 2006; 68: 1-5.