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Das MRSA-Net Projekt

Mehrwert

Mehrwert durch Kooperation

Die Etablierung des Netzwerks zur Schaffung einer EUREGIO MRSA-net soll die dringend benötigte Antwort auf die bisherigen krankenhaushygienischen Insellösungen sein, bei denen jedes Krankenhaus für sich selbst versucht, das MRSA Problem in den Griff zu bekommen. Aufgrund des Auftretens von CA-MRSA sollen ambulante Versorgungseinrichtungen, Alten- und Pflegeheime sowie niedergelassene Arztpraxen in die Bekämpfung von MRSA miteinbezogen werden. Mit Hilfe der modernen Typisierungstechnologie können regional und grenzübergreifend Frühwarnsysteme etabliert werden, die besondere Gefahren, wie die epidemische Häufung von bestimmten MRSA-Klonen oder das Auftreten von CA-MRSA frühzeitig identifizieren.

Ein Vorteil dieses Netzwerkes ist die Transparenz auch außerhalb dieser EUREGIO, da durch die besondere Typisierungstechnologie 20 weitere Länder diese Informationen nutzen können. Durch führende Experten auf dem Gebiet und durch Fachorganisationen innerhalb und außerhalb der EUREGIO, sind ein Erfahrungszuwachs und ein fortschreitender Erkenntnisgewinn sichergestellt. Auch hierbei zeigt sich wiederum das Grundprinzip des Projektes, dass die Qualität der MRSA-Richtlinien auf euregionaler Ebene von der grenzübergreifenden MRSA-Typisierung abhängt. Der kontinuierliche wissenschaftliche Erkenntnisgewinn ist die Grundlage für die notwendige Anpassung der MRSA Richtlinien im Sinne eines leicht umsetzbaren und an den Anwender angepasstes (z.B. Personal und Patienten),   grenzübergreifend einsetzbares Handbuch.

 

Mehrwert durch Fokussierung und Standardisierung

Durch das Projekt sollen Hygienemaßnahmen frühzeitig etabliert und fokussiert eingesetzt werden. Durch die Abstimmung von Screeeningmethoden, von Sanierungs- und Therapieschemata sowie der Bündelung der vorhandenen infektiologischen Kompetenz kann die MRSA-Rate auf beiden Seiten auf das niederländische Niveau gesenkt werden.

Momentan verwendet jedes der beiden koordinierenden Institute eine jeweils landesspezifische Terminologie für die verschiedenen MRSA Typen. Das Institut für Hygiene hat bereits eine Initiative (SeqNet.org), bestehend u.a. aus Referenzlaboratorien 30 europäischer Länder zur Standardisierung der MRSA-Genotypisierung ins Leben gerufen. Hiermit wäre europaweit erstmals eine einheitliche Laborsprache für epidemiologische Fragestellungen der MRSA-Hygiene möglich. Dies ist durch die wissenschaftliche Vorarbeiten des Instituts für Hygiene des UKM in Münster möglich und war in diesem Umfang mit bisherigen Typisierungstechnologien (z.B. PFGE, MLST) nicht umsetzbar. Die gesamte EUREGIO wird ein Frühwarnsystem etablieren, um Ausbrüche oder das Auftauchen von ambulant erworbenen (“community-acquired“) CA-MRSA in der EUREGIO frühzeitig zu identifizieren. Die gesamte EUREGIO profitiert zudem von einem zentralen Kompetenzzentrum, von dem Richtlinien für die Therapie und Sanierung von MRSA mit hohem Verständlichkeitsgrad, einfacher Umsetzbarkeit und dadurch hoher Akzeptanz angefordert werden können.

 

Mehrwert durch verbesserte Qualität der Gesundheitsfürsorge

Die Reduktion von MRSA innerhalb der Bevölkerung würde die Infektionsraten ausgelöst durch multiresistente Bakterien, die mit einererhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert sind vermindern. Die Therapiekosten wären niedriger und insbesondere die stationäre Liegedauer würde damit reduziert werden. Zusätzlich würde dies zu einer sofortigen Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung führen, da alle bei MRSA notwendigen Barriere- und Isolationsmaßnahmen (z.B. nicht genutzte Betten in Isolationszimmern) reduziert würden. Die EUREGIO hätte aus den genannten Gründen einen klaren gesundheitlichen und sozioökonomischen Standortvorteil. Die EUREGIO Twente/ Münsterland eignet sich besonders gut für ein solches Netzwerk. Sie besitzt zum einen überschaubare Gesundheitsstrukturen mit zwei großen überregionalen medizinischen Zentren der Maximalversorgung in Enschede und in Münster. Dadurch bietet das MRSA-net Projekt die Möglichkeit eines grenzüberschreitenden Transfers von Know-how (Richtlinien) und Technologie (Typisierung). Der niederländische Partner würde von der Reduktion der MRSA-Rate auf deutscher Seite profitieren, da die ständige Gefahr des Imports von MRSA über die Grenze verringert werden könnte.

 

Grenzüberschreitender Mehrwert

Die bisher erfolgreiche Vorgehensweise in den Niederlanden, die die MRSA-Rate auf ein außerordentlich niedriges Niveau hält, soll soweit wir möglich auch auf deutscher Seite umgesetzt werden. Die EUREGIO hätte hieraus einen direkten Vorteil. Die Gefahr eines MRSA-Imports von Deutschland in die Niederlande, die aufgrund der unterschiedlichen  MRSA-Raten auf beiden Seiten der EUREGIO-Grenze besteht, ist ein mögliches Hindernis für den freien Personenverkehr in Form von Patienten, Personal des Gesundheitswesens und Medizinstudenten. Durch die Verminderung der hohen MRSA-Rate auf deutscher Seite, insbesondere durch Kooperation und Austausch aller notwendigen Informationen und Kenntnisse zwischen den beiden koordinierenden Instituten in der EUREGIO, kann das Projekt dazu beitragen, dass das Hindernis für einen freien Personenverkehr verringert wird und damit ein Ziel der Europäischen Union realisiert werden kann. Dieses Ziel ist besonders für die EUREGIO Twente/ Münsterland von Bedeutung, da auf der einen Seite in der Region Twente bereits im Jahr 2005 mit einem bis zu 20%-igen Mangel an Personal in der medizinischen Versorgung gerechnet wird und auf der anderen Seite (nach Umsetzung des DRG-Abrechungssystems) eine steigende Arbeitslosigkeit von Personal in der medizinischen Versorgung im Münsterland befürchtet wird. Dieser Vorteil erscheint offensichtlich im Falle des Imports von nosokomialen, also im Krankenhaus erworbenen MRSA, ist jedoch indirekt auch für den Import von CA-MRSA von Bedeutung, wenn man bedenkt, dass auf niederländischer Seite ca. 50% der MRSA CA-MRSA zu sein scheinen und durch jeglichen Grenzverkehr übertragen werden können.

 

Gemeinsame Vorteile

Durch die Erfassung des gesamten ambulanten (Pflege) und stationären (Therapie) Systems, können Sachverstand und Erkenntnisse aus der 3-jährigen Laufzeit des Projektes direkt als Handlungsgrundlage für andere EUREGIOs dienen. Die Überprüfung eines bestehenden grenzüberschreitenden MRSA-Konzeptes hat gezeigt, dass keine strukturierte Kooperation - bis auf vereinzelte ad hoc Maßnahmen- besteht. Die Abstimmung einer transparenten MRSA-Vorgehensweise, bei der MRSA rechtzeitig identifiziert und eliminiert wird, führt zu strukturierten, zahlreichen und andauernden Vorteilen für diese EUREGIO. Schließlich wird der Austausch von Erfahrung und Wissen zum Vorteil für die anderen EUREGIOs.