Home/Projekte Aktuell/News Aktivitäten Qualitätssiegel Euregiogebiete Projektteilnehmer Netzwerke Antibiotic Stewardship
Sprachauswahl Deutsch
Sprachauswahl Nederlands

 

 

Dokumente und Informationsmaterial

Sie gehören zu den Teilnehmern am EurSafety Health-Net Projekt, die einen Zugang zu den durch das Projekt ausgearbeiteten Dokumenten besitzen. Darüber hinaus können Sie sich auch spezielle Projektbilddaten und Projektinformationen herunterladen. Wählen Sie hier zunächst Ihren Memberbereich aus. Als nächstes werden Sie nach Ihrem Usernamen und Passwort gefragt. Sobald Sie Ihre Daten korrekt in das Login-Fenster eingegeben haben, gelangen Sie in Ihren Memberbereich.

 

Bildmotiv1 Bildmotiv2 Bildmotiv3 Bildmotiv4 Bildmotiv5
Home | Projekte
Weitere Informationen

Das MRSA-Net Projekt

MRSA | Bedeutung für die verschiedenen Institutionen

Gesundheitsämter und MRSA

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) hat eine besondere Bedeutung in der Bekämpfung von MRSA sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden (GGD). Während hingegen in den Niederlanden die Krankenhäuser von zentraler Stelle aus überwacht werden (Inspectie), so sind in Deutschland die Gesundheitsämter auch mit der Infektionsüberwachung der Krankenhäuser betreut.
Im Rahmen des EUREGIO MRSA-net Projektes hat der ÖGD/GGD eine zentrale Rolle als Moderator im regionalen Netzwerk zur Bekämpfung von MRSA. Der ÖGD ist die einzige Stelle, die direkte Anknüpfungspunkte mit allen im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen (Krankenhäuser, Arztpraxen, Laboratorien, Alten- und Pflegeheime etc.)

 

Krankenhäuser und MRSA

Die Krankenhäuser nehmen die zentrale Rolle in der Bekämpfung von MRSA in einer Region ein. Sie tragen die Hauptverantwortung für die Bekämpfung von MRSA in einer Region. Studien zeigen, dass in Deutschland mehr als die Hälfte aller MRSA in einem Krankenhaus bereits bei Aufnahme des Patienten nachgewiesen werden. Aus diesem Grund ist die Umsetzung der Empfehlungen zum Umgang mit MRSA in Krankenhäusern dringend notwendig. Dies ist nur von Erfolg bestimmt, wenn alle Krankenhäuser einer epidemiologisch zusammenhängenden Region diese Empfehlungen umsetzten. Insellösungen werden ohne Erfolg bleiben und die Krankenhäuser die die Maßnahme umzusetzen versuchen, werden durch diejenigen bestraft, die sie nicht adäquat umsetzen.

 

Laboratorien und MRSA

Die Laboratorien in der EUREGIO haben die Aufgabe die mikrobiologische und hygienische Versorgung und Dienstleistung für die Gesundheitsversorger in der Region auf höchstem Niveau wahrzunehmen. Insbesondere führen die Laboratorien in der Region die spa-Typisierung von MRSA durch. Somit ist eine Vergleichbarkeit von MRSA – auch von unterschiedlichen Labors und über die Grenze hinweg- vergleichbar. Zusätzlich beraten die Laboratorien der Region die Krankenhäuser und Arztpraxen in allen Fragen der Antibiotikatherapie und Hygienemaßnahmen. Ein standardisiertes und abgestimmtes Vorgehen hierbei, besonders in Hinblick auf die Bekämpfung von MRSA ist von außerordentlicher Bedeutung.

Die Laboratorien sind als Projektteilnehmer an den „Runden Tisch“ Gesprächen beteiligt und treffen sich regelmäßig zu Laborgipfeln. Sie nehmen aktiv am an den Fortbildungsveranstaltungen des Koordinationszentrums MRSA-net Twente/Münsterland teil.

 

Arztpraxen und MRSA

Bei 8 Tagen durchschnittlicher Liegedauer im Krankenhaus und ca. 15 Tage bis zum sicheren Abschluss einer Sanierung, kann kein MRSA-Patient im Krankenhaus von MRSA saniert werden. Da die Trägerdauer Wochen bis Monate lang sein kann, kommt dem ambulanten Bereich eine besondere Verantwortung bei der post-stationären Weiterbehandlung der Grunderkrankung zu. Nach Heilung der Grunderkrankung, muss die Sanierung von MRSA durchgeführt werden. Dies kann bei Vorliegen von Risikofaktoren (Wunde, Katheter etc.) erst nach Wochen, Monaten oder Jahren möglich sein. Bei im Krankenhaus erworbenen MRSA sind über diese Zeit in der Arztpraxis keine Hygienemaßnahmen wie im Krankenhaus notwendig. Gute Praxislogistik, Händehygiene, im Einzelfall Handschuhe und selten weiterer Schutz (Mundschutz beim Verbandswechsel) reichen aus.

Zusätzlich sind die Arztpraxen Hauptakteure bei der Früherkennung von community-aqcuired Verweis auf externe WebsiteCA-MRSA. Über so genannte CA-MRSA SENTINEL Praxen sollen CA-MRSA frühzeitig in der EUREGIO identifiziert werden.

 

Wichtige Mitteilung

Ab dem 1. April 2012 kann eine prophylaktische MRSA-Behandlung in der Arztpraxis durchgeführt werden. Grundlage hierfür ist die Einführung von neuen EBM-Ziffern. Diese beruhen auf den Ergebnissen der Zusammenarbeit zwischen der KVWL, AOK WL und des MRSA-net/EurSafety Health-net.

Folgende MRSA-Ziffern stehen zur Verfügung

MRSA: Neun Ziffern stehen Ärzten ab April zur Verfügung

Ab dem 1. April 2012 können niedergelassene Ärzte Leistungen zur Diagnostik und ambulanten Eradikationstherapie bei MRSA außerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung abrechnen.Insgesamt neun Gebührenpositionen stehen ihnen dabei zur Verfügung:

  • 86770: Erhebung des MRSA-Status eines Risikopatienten bis sechs Monate nach Entlassung aus einer stationären Behandlung; 100 Punkte, einmal im Behandlungsfall
  • 86772: Behandlung und Betreuung eines Risikopatienten, der Träger von MRSA ist, oder einer positiv nachgewiesenen MRSA-Kontaktperson; 375 Punkte, einmal im Behandlungsfall und Sanierungszyklus
  • 86774: Aufklärung und Beratung eines Risikopatienten, der Träger von MRSA ist, oder einer positiv nachgewiesenen Kontaktperson des Patienten; 255 Punkte, je vollendete zehn Minuten, maximal zweimal je Sanierungsbehandlung
  • 86776: Abklärungs-Diagnostik einer Kontaktperson nach erfolgloser Sanierung eines MRSA-Trägers; 90 Punkte, einmal im Behandlungsfall
  • 86778: Teilnahme an einer MRSA-Fall- und/oder regionalen Netzwerkkonferenz; 130 Punkte einmal im Behandlungsfall
  • 86780: Bestätigung einer MRSA-Besiedlung durch Abstrich; 55 Punkte, maximal zweimal im Behandlungsfall
  • 86781: Ausschluss einer MRSA-Besiedlung durch Abstrich; 55 Punkte, maximal zweimal im Behandlungsfall
  • 86782: Gezielter MRSA-Nachweis auf chromogenem Selektivnährboden; 5,20 Euro
  • 86784: Nachweis der Koagulase und/oder des Clumpingfaktors zur Erregeridentifikation; 2,55 Euro.

Die beiden Kostenpauschalen 86782 und 86784 können nur von Ärzten veranschlagt werden, die von der KV die Genehmigung zur Abrechnung von Leistungen des EBM-Abschnitts 32.3.10 "Bakteriologische Untersuchungen" haben.
Nach der zwischen Kassen und KBV ausgehandelten Vergütungsvereinbarung sollen nur solche Ärzte die Leistungen abrechnen, "die in einem sektorübergreifenden MRSA-Netzwerk unter Einbeziehung des öffentlichen Gesundheitsdienstes organisiert sind".
Da flächendeckend solche Netze nicht vorhanden sind, gibt es eine Alternative: Die Ärzte müssen "eine entsprechende Beratung bei anderen geeigneten Stellen" einholen. Das sind nach Angaben der KBV etwa Institute wie das Robert-Koch-Institut oder das Hygieneinstitut oder Kollegen mit der Zusatzbezeichnung "Infektiologie".

Mehr Informationen unter: Verweis auf externe Website www.kvwl.de

Hinweise zu Hygienemaßnahmen in der Arztpraxis

Das Ziel aller Hygienemaßnahmen ist der Schutz der Patienten und des Personals vor Infektionen. Ambulante medizinische Behandlungen erfordern auch im Umgang mit MRSA-Patienten zunächst einen generellen Basishygienestandard.

Maßnahmen wie im Krankenhaus sind nicht erforderlich, sondern beschränken sich auf den punktuellen Einsatz von Handschuhen, ggf. Schutzkittel und Mundschutz bei Verbandswechsel, Manipulation etc. Eine Flächendesinfektion der Handkontaktflächen wird danach durchgeführt. Maßnahmen zur Vermeidung indirekter Übertragungen wir z.B. die Isolierung, generelle Anziehen von Schutzkleidung ist nicht erforderlich. Vielmehr konzentrieren sich alle Anstrengungen auf die Heilung der Grunderkrankung v.a. Wunden, um eine MRSA-Sanierung möglich zu machen.

Für das ambulante Operieren gelten besondere, hier nicht beschriebene Regelungen und darf für den Patienten nicht mit einem höheren Infektionsrisiko verbunden sein als operative Eingriffe im Rahmen einer stationären Behandlung.

 

Alten- & Pflegeheime/-dienste und MRSA

Der Umgang mit MRSA in Alten- und Pflegeheimen führt trotz eindeutiger Richtlinien immer wieder zu Unsicherheiten und übertriebenen Maßnahmen. Diese resultieren nicht selten aufgrund von unklaren Handlungsanwesungen und mangelnder Aufklärung zu MRSA außerhalb der Krankenhäuser. Screeninguntersuchungen in der EUREGIO zeigen, dass die MRSA-Prävalenz in Alten- und Pflegeheime niedrig ist. MRSA, die dort identifiziert werden, gehören zu den aus dem Krankenhaus bekannten klonalen Linien.

Unter Federführung der Gesundheitsämter, der kooperierenden Krankenhäuser und der versorgenden Hausärzte liegt die Aktivität im Rahmen von MRSA-net bei der intensiven Aufklärung und Fortbildung von Pflegenden sowie in der Beratung bei MRSA-Problemfällen im Alten- und Pflegeheim.

 

Rehabilitationseinrichtungen und MRSA

Patienten mit MRSA werden nicht nur in Akutkrankenhäusern, sondern nach Entlassung natürlich auch in der Rehabilitation weiterbehandelt. Patienten mit einfacher Besiedlung sollten in jedem Fall ein Reha-Behandlung erhalten. Dennoch stellen sich häufig Fragen, ob und wann eine mögliche Sanierungstherapie oder Screeninguntersuchungen durchgeführt werden sollten.

Für den Bereich der Akutkrankenhäuser liegen bundesweit einheitliche Richtlinien der KRINKO-Kommission am Robert-Koch-Institut vor. Aufgrund der vielfältigen Strukturunterschiede zwischen den Einrichtungen medizinischer Rehabilitation kann es keine einheitliche Empfehlung zum Umgang mit MRSA-Patienten geben. Da jedoch MRSA-Patienten in medizinischen Einrichtungen der Rehabilitation behandelt werden müssen und der richtige Umgang direkt den Behandlungserfolg beeinflusst, müssen praktische Handlungsanweisung für den Reha-Alltag geschaffen werden. Hinzu kommt, dass Patienten, ihre Angehörigen und Mitarbeitern berechtigte Fragen und Ängste im Umgang mit der MRSA-Problematik in der Reha haben. Auf diese Fragen müssen Antworten aus dem aktuellsten Stand des Wissens gefunden werden. Aus diesem Grund haben die Koordinatoren des EUREGIO MRSA-net und des EurSafety Health-net eine Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung Westfalen (DRV) begründet.

In den kommenden Jahren soll euregionales Wissen über das Vorkommen und die Übertragungsfähigkeit von MRSA sowie mögliche Interventionsmöglichkeiten in Reha-Einrichtungen geschaffen werden. Hierfür hat sich unter Federführung der DRV ein Netzwerk von Reha-Einrichtungen gebildet, die in das direkte und indirekte Patientenversorgungsgebiet der EUREGIO gehören. Dieses Netzwerk, deren Kooperation und Projektergebnisse im Rahmen des EUREGIO-Projektes werden auf diesen Seiten in regelmäßig veröffentlicht.

 

Krankentransport und MRSA

Die Krankentransporte stehen an der Nahtstelle zwischen Krankenhaus (mit den notwendigen strengen Hygienemaßnahmen) und dem ambulanten Bereich (mit Einhalten von Standardhygiene oder ganz natürlichem Umgang mit MRSA-Patienten). Die Tätigkeit an dieser Nahtstelle führt dazu, dass MRSA wie eine direkt übertragbare Erkrankung gehandhabt wird. Hieraus resultierten in den vergangenen Jahren für die Eindämmung von MRSA übertriebene Schutzmaßnahmen, wie das Tragen von virusdichten Schutzoveralls, Atemhalbmasken etc. Der soziale Schaden, der hjieraus für den Patienten entstehen kann, ist höher als der Mehrwert an Schutz, den reduzierte und angepasste Hygienemaßnahmen bieten können.

Im Rahmen des MRSA-net Projekts werden Qualitätsziele für die Krankentransportdienste und ihrem Umgang mit MRSA-Patienten diskutiert und umgesetzt. Im Vordergund stehen insbesondere Fortbildungen des Personals durch die Gesundheitsämter und das MRSA-net Koordinationszentrum.

 

MRSA und die sonstigen Bereiche

Es gibt viele andere Bereiche für die einerseits Fragen zu MRSA bestehen, wie zum Beispiel der Umgang mit MRSA in Rehakliniken, Kindergärten, Behindertenheime, Physiotherapiezentren, Sportstudios aber auch Gefängnisse und sonstige Anstalten. Häufig liegen keine Daten für den wissenschaftlich belegten richtigen Umgang mit MRSA in diesen Bereichen fest. Der Blick über die Grenze zu den Niederlanden ermöglicht den Vergleich mit den Erfahrungen bei unseren Nachbarn mit dieser Problematik. In jedem Fall ist die Einzelbetrachtung, die analoge Anwednung aus bestehenden Richtlinien und Durcführung einer Risikobewertung sowie die Abwägung des Einzelfalls am Runden Tisch von überaus großer Bedeutung.